My national service time

Being part of the small portion of people who were either too lazy or too stupid to get an alternative service job, I eventually ended up with the Bundeswehr, the German armed forces.

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Bei der Gelegenheit wollte ich auch diesen meinen Lebensabschnitt ein wenig darstellen – soweit ich überhaupt dazu berechtigt bin. Im Wesentlichen ließe sich das so darstellen:

Block 4 der ehemaligen Kaserne Hemau
Mein Haus
Lkw 2to gl
Mein Auto
Feldfernsprecher mit etwas Kabel dran
Mein Trage-Telefon

Grundausbildung

Meinen Grundwehrdienst habe ich von Juli 2001 an, also gleich nach der Schule, in Hemau (Oberpfalz) abgeleistet. Zuerst eben die damals gerade üblichen zwei Monate Grundausbildung (mit Rekrutenprüfung auf der Reiteralpe), dann die Sicherungs- und Wachausbildung (SWA) und meine ersten zwei Wochen in meiner späteren Verwendung: dem Fernmeldezug (FmZug).

Mein erster Eindruck von diesen Menschen ließ mich sofort eine interessante Zukunft erwarten (im Büro hing über der Tür riesengroß der Schriftzug „Zentrum des Wahnsinns“). Und meine erste FmZug-typische Tätigkeit am Freitag um kurz nach 11 war gleich mal „Warten auf Dienstschluss“…

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Mein Wohnzimmer
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Meine Garage
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Mein Spielplatz
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Feierliches Gelöbnis
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Berghütte
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Berghütte
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Bergtouren
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Bergtouren
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Bergtouren
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Waffenreinigen
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Reiteralpe
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Reiteralpe
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Reiteralpe
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Kletterausbildung
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Kletterausbildung

Lkw-Fahrschule

Im Oktober folgte die meines Erachtens allerbeste Zeit, die man beim Bund nur haben kann: Lkw-Fahrschule (ist eh fast schon wie Urlaub), super Wetter (wir sind da kurzärmlig rumgelaufen und haben geschwitzt), den besten Fahrlehrer des ganzen Kraftfahr-Ausbildungszentrums (KfAusbZentrum), ein paar nette Kameraden, die dann teilweise auch ähnliche Interessen hatten wie ich, und zu alledem noch einen Mit-Abiturienten, der mir gleich am ersten Abend zufällig auf der Treppe entgegenkam…

Leider hab ich von der Zeit fast keine Fotos. Am Ende kam dann aber der strengste Prüfer des ganzen Lehrgangs, der in unserer Gruppe im ersten Durchgang glatt mal für 100 Prozent Durchfallquote gesorgt hat. In den weiteren Anläufen hat dann aber doch noch jeder seinen BC1E-Führerschein bekommen! (C1E gilt für Fahrzeuge bis 7,5 t mit Anhänger, in etwa der alte „Dreier“.)

Nur warum die mich dafür nach Murnau (kurz vor Garmisch) geschickt haben, weiß bis heute niemand.

Ausflug ins Gelände

Kaum zurück, wurde das Wetter wieder schlechter, und nach der teils recht unterhaltsamen Funkgerätebedienerausbildung (welch ein Wort) kam dann auch bald der zweiwöchige Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz (TrÜbPl) Grafenwöhr. Meine erste Begegnung mit kilometerlangen Kabelstrecken, verteilt über ein Gelände von vielleicht 100 km². Da wir nur zwei Kraftfahrer hatten (ich war einer davon), bin ich eben die meiste Zeit mit meinem coolen grünen Gelände-Flitzer (siehe Bild oben: Mein Auto) durch die Gegend geheizt. Nach einer Woche hab ich dann auch so langsam mal selbstständig aus dem Lagerbereich rausgefunden… Und dank unseres Schnell-Checker-Truppführers vielleicht auch versehentlich mal zum „Einsatzort“.

Den absoluten Stimmungs-Tiefpunkt bildete unser Auftrag als Feindkommando, bei dem wir (ca. 5 Mann) aufgrund einer Reihe unglücklicher Zufälle auf der ganzen Linie verloren hatten. Aber auch dieser Tag ging vorbei.

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Lager in Grafenwöhr
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Waffenreinigen
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Feindkommando
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Parkplatz
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Erinnerungsfoto

Alltag

Ab jetzt war abzusehen, dass eigentlich nichts großartiges mehr passieren sollte. So konnte der Fernmeldezug wieder stärker seiner 2. Aufgabe als Service- und Party-Zug nachkommen und die eine oder andere Weihnachts- oder andere Feier vorbereiten, wie z. B. die Auskleidung des Mannschafts-Speisesaals mit durchlöcherter schwarzer Folie an der Decke (sollte einen Sternenhimmel simulieren, man hat es uns nicht gezeigt) sowie Tarnnetzen an jeder Wand plus die professionelle Ausrichtung der Tische und Stühle, welche jedoch durch einen gewissen etwas planlos rumlaufenden Offizier nachher noch mehrmals geändert wurde… Das war vielleicht eine Umstellung, nach den 2½ Wochen Weihnachts-Urlaub wieder zum trostlosen und langweiligen Alltag zurückzukehren.

Von jetzt an sollte ich noch 3 Wachdienste bekommen, insgesamt 3 Wochen Urlaub abfeiern, mindestens 20 Tausend Mal unsere Fahrzeuge waschen und durchchecken (weil die ja auch so oft bewegt wurden – wir hätten lieber mal unsere Privat-Kfz prüfen sollen), unzählige Stunden sinnlos im Keller und in unserer Halle totschlagen, ein paar Mal mit der Karte in der Hand über den Übungsplatz spazieren und mich etliche Stunden sportlich betätigen. In dieser Zeit machte unsere Abiturjahrgangs-Homepage wieder große Fortschritte, was soll man abends auch sonst groß anstellen? (Außer sich zu betrinken, das ist aber nun so gar nicht mein Ding.)

Die letzten Tage…

Irgendwann im März 2002 näherte sich dann das Ende meiner Tage (beim Bund). Wir fast 20 Ausscheider waren zunächst zeitweise vom normalen Dienst befreit, um unseren „Ausscheider-Terminen“, wie z. B. Einplanungs-Gespräche oder ärztliche Untersuchungen (einen halben Tag nur gewartet für insgesamt nicht mal fünf Minuten Untersuchung – oder besser: Befragung), nachzukommen. Dann mussten noch ein paar Formalitäten geklärt werden, dass ich als zukünftiger Reservist gleich einen Teil meiner Ausrüstung behalten durfte. Wehe, man gibt unseren StOVlern (die Damen und Herren der Standortverwaltung) da draußen Arbeit! Hat dann aber doch noch geklappt.

Am vorletzten Tag sind wir dann schließlich alle in Zivilkleidung rumgelaufen, selbst zum Batallionsantreten am Nachmittag sollten wir noch mitkommen… Alles sinnloses Zeug wie eine Batterie-Übergabe (nein, es ist nicht der Energiespeicher gemeint) oder ein paar Ehrungen etc. Hätte man auch formlos im Geschäftszimmer klären können – mich hat zumindest nichts von alledem betroffen. Aber was tut man nicht alles für seine Traditionen.

Mittwoch abend, alles ist soweit verpackt, ich hätte meine Bettwäsche auch schon heute abgeben können und die könnten mein Ausscheidergeld auch komplett auf’s Konto überweisen. Ich wäre heute schon hier rausgekommen. Aber nein, das muss bis Donnerstag früh warten.


Militärischer Sicherheitsbereich

Da ich momentan allein auf meiner Stube bin, und heute früh keine Zeit für so unwichtige Sachen wie Revier reinigen (Treppe kehren) habe, kommt natürlich gleich unser FvW (Feldwebel vom Wochendienst, u. a. verantwortlich für die Kontrolle des Revierdienstes) rein und weist mich darauf hin, dass meine Treppe dreckig ist. Nach einem freundlichen aber doch bestimmten Hinweis auf die ganze Bettwäsche, die ich noch abgeben musste, ist er dann doch wieder rausgegangen. Der wird sich die nächsten Tage noch ein paar Mal jemand anderes für diese Aufgabe suchen müssen.

Nach dem Antreten passiert nicht mehr viel. Ich hole meine letzten Unterschriften, den Bar-Anteil meines Ausscheidergelds, verabschiede mich noch von meinen Zug-Kameraden (unser Zugführer (ZgFhr) hatte die Woche sowieso Urlaub) und hau dann auch schon ab. Auf nimmer wiedersehen!

Kurz vor dem Kasernentor fragt mich noch einer, ob ich ihn mit zum Bahnhof nehmen kann – ein Neu-Gefreiter frisch aus der Grundausbildung (seit seinem Durchgang wieder 3 Monate lang), der das alles noch vor sich hat.

Aus is! Und das ist auch besser so.

Reservist

OK, nicht ganz aus. Da mein Vater, selbst Hauptfeldwebel d. R. (mittlerweile sogar OStFw), schon länger aktiv in der Reservisten-Kameradschaft Großgeschaidt dabei war, konnte er mich überzeugen, auch da mitzumachen. Die ganze Umgebung ist wesentlich lockerer als im aktiven Dienst, man trifft sich einmal im Monat zum „Unterricht“ und noch ein paar Mal im Jahr zu diversen Aktivitäten: Schießübungen, Waffen-/Geräteausbildung, Wettkämpfe, Wandertag in Heroldsberg, Schaf­kopfturnier, Kinderferienprogramm usw. Bei letzterer Veranstaltung war ich bereits im Jahr 2000 (also vor meiner Bw-Zeit) dabei und ich hatte mich schon drauf gefreut, zwei Jahre später selbst in Uniform mitzumachen… so wegen Corporate Identity des Org-Teams… ;) Und ohne so eine lustige Uniform hat man bei den Kids schonmal gar nichts zu melden. Mittlerweile ist das aber auch ziemlich die einzige Veranstaltung, zu der ich diese Uniform anziehe. Natürlich als Fotograf.